Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Patient Meer

Der röchelnde Atem der Erde (3). Gestaltung: Ilse Huber Erst das Jahr 2021 muss kommen, damit der Wert, die Bedeutung und die Gefährdung der Ozeane in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Die Vereinten Nationen rufen mit dem ersten Jänner dieses Jahres das Jahrzehnt der Meeresforschung für Nachhaltige Entwicklung aus. Endlich möchte man fast sagen, nach all dem, was die Menschheit dem Meer bis jetzt angetan hat: Überfischung, Vergiftung, Versauerung, Lebensraum-Vernichtung, Kloake, Abbaugebiet. Insgesamt sind 71 Prozent der Erdoberfläche von Meeren bedeckt, wobei man im allgemeinen Sprachgebrauch nicht von den 7 Weltmeeren spricht, sondern nur von drei Ozeanen: Atlantischer Ozean, Indischer Ozean und Pazifischer Ozean. Sie sind gigantische Klimaschützer und speichern sehr viel Kohlendioxid. Damit fungieren die Ozeane als Klimapuffer, die den Temperaturanstieg in der Atmosphäre mäßigen. Allerdings wie lange noch und mit welchen Auswirkungen? Das Eis am Nordpol war im September 2020 auf die zweitkleinste Sommerfläche seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 geschrumpft. Weniger Eis bedeutet weniger Weiß. Und damit weniger reflektiertes Sonnenlicht. Je dunkler die Oberfläche, desto höher die Temperatur, weil die Oberfläche die Wärme aufnimmt. Ein Kriterium, das den Klimahaushalt beeinflusst. Mit steigenden Temperaturen in der Luft erwärmt sich das Wasser und erhöht sich der Kohlendioxidgehalt. Das führt zur Versauerung des Wassers. Was bedeutet das für die marine Lebewelt? Wärmere Zeiten rufen auch stürmischere Zeiten hervor. Mehr Energie - mehr Wirbelstürme. Und unter Wasser bewegen sich die Kontinentalplatten. Die Folge? Seebeben und Tsunamis. Der blaue Planet könnte sein blaues Wunder erleben. Dann nämlich, wenn seine Schätze gehoben und rücksichtslos nach Erdöl, Erdgas, Mangan, Salz und Seltenen Erden gesucht wird. Auf seiner Oberfläche bringt sich die Schifffahrt in Stellung. Eisfreie Passagen bedeuten immer weniger Tabuzonen auf dem Globus. Die Arktis als neue Handelsroute- von vielen ein Hoffnungsgebiet. Es gibt also Begehrlichkeiten ohne Ende. Geht dem Meer bald die Luft aus? Die Ozeane - der röchelnde Atem der Erde nennt Ilse Huber ihre Serie.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Lachen in der Philosophie Kann Humor der Erkenntnis helfen? Nasreddin Ein muslimischer Eulenspiegel Das Kalenderblatt 20.1.1880 Im Ilopango-See taucht eine Insel auf Von Christiane Neukirch Lachen in der Philosophie - Kann Humor der Erkenntnis helfen? Autorin: Daniela Remus / Regie: Silke Wolfrum Eine Magd lacht den antiken Philosophen Thales aus, weil er beim Beobachten der Sterne in einen Brunnen gestürzt sein soll. Diese Anekdote, von Platon skizziert, beschreibt pointiert, was in der abendländischen Philosophie bis auf wenige Ausnahmen als Gegensatz charakterisiert wird: Die vernünftig-philosophische Durchdringung der Welt und das Lachen, als Ausdruck einer unkontrollierbaren Affektivität. Nicht nur Platon warnt vor einem Übermaß des Lachens, weil darin eine unwürdige Haltung sich selbst und anderen gegenüber zum Ausdruck kommt. Auch Aristoteles mahnt zur Mäßigung beim Lachen und zu angemessenem Verhalten. Damit haben die Philosophen der Antike den Ton gesetzt: Diese kritische Haltung bleibt in der Philosophie jahrhundertelang vorherrschend. Erst die Philosophen der Aufklärung haben die gesundheitsfördernde Kraft des Lachens anerkannt. Und auch heute noch tun sich Denkerinnen und Denker eher schwer mit einer Theorie des Humors. Ist das zwangsläufig so? Sind Lachen und Philosophieren tatsächlich Gegensätze? Oder hilft das Lachen die Widersprüchlichkeiten des Lebens vernünftig auszuhalten? Nasreddin - Ein muslimischer Eulenspiegel Autorin: Mechthild Müser / Regie: Eva Demmelhuber Sie geht in die Hunderte, die Zahl der absurd-hintergründigen Anekdoten und Kurzgeschichten um den anatolischen Imam, Richter und Straßenhändler Nasreddin. Als weiser Narr aus dem 13. Jahrhundert ist er die ideelle Verkörperung eines unberechenbaren, toleranten und vielschichtigen Philosophen, der die Obrigkeit nicht fürchtet und sich um Gesetze wenig schert. Nasreddin akzeptiert die menschliche Unzulänglichkeit und stürzt allzu Fromme vom selbst errichteten Sockel. Im Laufe der Jahrhunderte wurden ihm immer neue Geschichten angedichtet, selbst Goethe hat sich daran beteiligt. So gewinnt er ständig Facetten hinzu. Sind die ältesten Anekdoten noch derb und anstößig, wird Nasreddin in aktuellen Veröffentlichungen zunehmend zum Sympathieträger orientalischer Mentalität, originell, naiv und lebensklug. Er hat den Schalk im Nacken und oft eine verborgene Botschaft im Gepäck. Unumstößlich ist sein tiefes Urvertrauen. Auf die Frage, ob er an Gott glaube, hat er eine einfache Antwort parat: Gott glaubt an mich. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Wissen für alle

Wie Wikipedia, Projekt Gutenberg und Sci-Hub die Welt verändern (3). Gestaltung: Anna Masoner, Stefan Niederwieser Eine nette Idee, aber zu verrückt, um jemals zu funktionieren. Das dachten 2001 wohl viele über das waghalsige Vorhaben des Philosophen Larry Sanger und des Unternehmers Jimmy Wales. Die beiden planten nichts weniger als eine Online-Enzyklopädie, an der jeder mitschreiben kann. Und sie sollte es qualitativ mit dem Lexikon Goldstandard der Branche aufnehmen können: der altehrwürdigen Encyclopedia Britannica. Was viele nicht für möglich gehalten haben, wurde Realität. Heute kann man Wikipedia wohl als bislang größte Kollaboration in der Menschheitsgeschichte bezeichnen. Wikipedia gehört zu den populärsten Webseiten und ist eine riesige Wissensschatzkiste. Und was einmal als Ort galt, an dem sich Editoren bittere Schlachten über ihre Weltbilder austragen, ist ein Zufluchtsort der Vernunft und Ruhe geworden, wenn man sie mit Facebook oder Twitter vergleicht. Große US-Konzerne bemühen sich aber auch, Wissensschätze der Menschheit zu sichern. So sind im Bestand von Google Books derzeit über 40 Millionen Bücher. Dagegen nimmt sich das deutsche Projekt Gutenberg mit etwas über 50.000 Einträgen fast winzig aus. Die Österreichische Nationalbibliothek kooperiert mit Google. Einige hunderttausend Bücher aus der ÖNB soll man bald von der ganzen Welt aus lesen können. Akademische Schattenbibliotheken wie Sci-Hub sind dagegen seit Jahren mit Verlagen im Clinch, weil sie urheberrechtlich geschützte Inhalte frei zur Verfügung stellen. Was zählt mehr: eine offene, freie Wissenschaft oder der Schutz von Urheberrechten? Wer aber betreut diese Archive? Wer macht die Arbeit? Und mit welcher Motivation? Stefan Niederwieser und Anna Masoner beschäftigen sich mit den Herausforderungen, vor denen Wikipedia aber auch andere Wissen-Sammelstellen im Netz heute stehen.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Tieftöner

Die Geschichte des elektrischen Basses (3). Gestaltung: Klaus Wienerroither Der elektrische Bass hat entscheidend zur musikalischen Evolution beigetragen. Heavy Metal, Funk und auch Reggae wären ohne den E-Bass schwerlich entstanden. Mit der steigenden Popularität der elektrischen Gitarre ist der in den damaligen Bands verwendete Kontrabass zu leise. Zuerst werden diese Bässe mit einem Tonabnehmer aufgerüstet. Vorläufer des elektrischen Basses werden bereits in den 1930-er Jahren hergestellt. Der erste E-Bass, der in Serie produziert wird, ist der Fender Precision Bass, welcher 1951 in die Läden kommt. Ein Vorteil neben seiner Handlichkeit ist, dass nun auch alle Gitarristen sofort Bass spielen können, weil die ersten E-Bässe entsprechend den E-Gitarren Bünde haben. Eine der ersten Aufnahmen mit elektrischem Bass stammt aus dem Jazz. Monk Montgomery spielt 1953 E-Bass auf einer Aufnahme des Art Farmer Septetts. Als erste Rock´n Roll Aufnahme mit einem elektrischen Tieftöner gilt der "Jailhouse Rock" von Elvis Presley aus dem Jahr 1957. Der britische Rockmusiker John Entwistle erregt 1965 mit seiner außergewöhnlichen Spieltechnik und seinem Solo auf "Talking bout my generation" von seiner Band "The Who" Aufmerksamkeit. James Jamerson, der seine Karriere als Jazz Kontrabassist gestartet hat, ist in den 1960er Jahren der Haus- und Hofbassist des legendären Motown Labels. Seine innovativen E-Basslinien sind auf hunderten von Soul- und Rhythm Blues-Aufnahmen zu hören. Larry Graham, Bassist bei "Sly and the family stone", gilt als der erste E-Bassist, der die sogenannte Slap-Technik angewendet hat. Hier werden die Saiten mit dem rechten Daumen angeschlagen und mit dem Zeigefinger angerissen. Das 1976 veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt-Album des US-amerikanischen Bassisten Jaco Pastorius hat ohne Zweifel die Rolle des E-Basses im Jazz neu definiert. Dem damals 24-jährigen Musiker gelingt hier die Emanzipation des oft auf seine bloße Begleitfunktion reduzierten Instruments als vollwertige Solostimme.

Mittwoch 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Charisma Eine besondere Ausstrahlung Oliver Sacks Unkonventioneller Neurologe und Schriftsteller Das Kalenderblatt 20.1.1880 Im Ilopango-See taucht eine Insel auf Von Christiane Neukirch Charisma - Eine besondere Ausstrahlung Autorin: Justina Schreiber / Regie: Markus Köbnik und Bernhard Kastner Sie bannten die Menschen: Jesus Christus und Mahatma Gandhi hatten die magische Kraft, die andere dazu brachte, ihnen und ihren Ideen zu folgen. Aber verfügten auch Hitler und Mussolini über Charisma? Im Grunde ja, denn Charisma ist - streng genommen - keine persönliche Eigenschaft, wie der Soziologe Max Weber erklärte. Das Volk, Fans oder Jünger, schreiben einer Person übernatürliche Fähigkeiten zu, weil er oder sie am "richtigen" Ort zur "richtigen" Zeit die "richtigen" Worte zu sagen scheint. In der Antike galt Charisma als göttliche Gabe, die nur Auserwählten zufiel. Heute hat sich der Blick gewandelt: Verhalten ist erlernbar, also auch Charisma, sagen die Organisationspsychologen. So trainieren Coaches nun Manager zu charismatischen Führungskräften, zu "Visionären", die für ihre Themen und ihr Team "brennen". Oliver Sacks - Unkonventioneller Neurologe und Schriftsteller Autorin: Daniela Remus / Regie: Axel Wostry Gewichtheben, Motorradfahren und Drogen bestimmten neben der medizinischen Arbeit jahrelang das Leben des britischen Neurologen Oliver Sacks. Trotzdem oder gerade deshalb hat er sich mit seiner ungewöhnlichen Beobachtungsgabe ganz besonders intensiv für die Schicksale der Menschen interessiert, die als Patienten zu ihm kamen. Neurologische Störungen faszinierten ihn: Wie das Gehirn Wahrnehmungen verarbeitet, wodurch sich Halluzinationen von realen Erfahrungen unterscheiden oder was das Erleben von Wirklichkeit ausmacht. Die spektakulärsten Fallgeschichten beschrieb Oliver Sacks seit den 1980er Jahren in seinen Büchern, die alle Bestseller wurden. Das berühmteste: "Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte". Oliver Sacks war nicht nur ein besonders begabter Schriftsteller, dem es gelang seine Leser für die Aktivitäten des Gehirns zu begeistern, er arbeitete auch als Wissenschaftler an der Columbia Universität in New York ganz seriös daran, die Erkenntnisse der Neurologie voranzutreiben. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Susanne Poelchau

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Fake Family Menschenverleih in Japan Von Jean-Claude Kuner Regie: der Autor Produktion: DLf Kultur/WDR 2019

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Die vierte Gewalt Das Waffenrecht in den USA Von Jürgen Kalwa Im Schnitt besitzt jeder US-Bürger eine Pistole oder ein Gewehr. Jedes Jahr sterben zehntausende Menschen durch Waffengewalt. Kein anderes Industrieland erlebt so viele Schusswaffenmassaker. Und doch verteidigen die meisten US-Amerikaner vehement ihr Recht, eine Waffe zu tragen. So gut wie alle Anstrengungen scheitern, die Verbreitung von Waffen einzudämmen. Dabei wollten die Gründungsväter mit dem zweiten Verfassungszusatz 1791 eigentlich nur staatlich organisierte Bürgermilizen ermöglichen, weil es in dem jungen Staat noch keine intakte Armee gab. Inzwischen sind die USA ein Land mit den weltweit höchsten Militärausgaben. Warum also prägt bis heute das Recht, eine Waffe tragen zu dürfen, so sehr die US-amerikanische Mentalität? Wie steht es um das staatliche Gewaltmonopol in den USA?

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Das Huhn. Im Parlament der Dinge Von Barbara Eisenmann Das Huhn steht exemplarisch für das Effizienzdenken des Agrobusiness. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts tritt es als erstes hybrid gezüchtetes Nutztier seinen Siegeszug über die Welt an. Vier global agierende Konzerne haben das Erbgut der Hochleistungshühner mittlerweile unter ihre Kontrolle gebracht. Jüngst wurde das Masthuhn zum Symbol des Anthropozän erklärt, weil sich in ihm der beispiellose Umbau der Biosphäre der Erde zeige. Zeit also für das Huhn, seine Stimme zu erheben, im Parlament der Dinge, in dem, nach Bruno Latour, Menschen und nicht-menschliche Wesen ihre Interessen verhandeln.

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Patient Meer. Der röchelnde Atem der Erde (3). Gestaltung: Ilse Huber Wissen für alle. Wie Wikipedia, Projekt Gutenberg und Sci-Hub die Welt verändern (1): Gestaltung: Anna Masoner, Stefan Niederwieser Tieftöner. Die Geschichte des elektrischen Basses (1). Gestaltung: Klaus Wienerroither

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | 60 Jahre "Impulse!"-Records Aufbruch und Experiment | 1961 gründete Creed Taylor das Plattenlabel "Impulse!"-Records

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